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Claires Kräuterlexikon
 

Erinnert ihr euch noch an den Link von Starz über die Kräuter von Claire?

Wir haben die Beschreibungen übersetzt und möchten euch diese heute über den Tag verteilt vorstellen. ( Vielen Dank an Nadine Jung für die Übersetzung und Daniela Lippke für die botanischen Pflanzenbilder


Ramsons = Bärlauch (Allium ursinum)
 

Bärlauch wurde im Hochland weitläufig für die Heilung von Nierensteinen verwendet. Ein aus den Blättern hergestellter Tee konnte wie ein Tonikum getrunken werden, welches  reinigt und das Blut stärkt. Die Blätter wurden in Umschlägen verwendet um Eiter herauszuziehen.
Seine Anti-Viralen und Anti-Bakteriellen Bestandteile machten es zu einem idealen Behandlungsmittel für Wunden und Infektionen. Es konnte auch in Salaten oder Suppen verwendet werden oder gekocht, als Gemüse. Es war aber wohl am wirksamsten, wenn es frisch verwendet wurde.


Valerian = Baldrian ( Valeriana officinalis )
 

Wenn ein Patient verzweifelt war, wurde Baldrian benutzt. Es wirkt beruhigend auf das zentrale Nervensystem und sorgte für große Erleichterung bei Panikattacken, Angstzuständen, Stress und Schlaflosigkeit.
Es hat ebenso eine entspannende Wirkung auf die Muskeln des Magen-Darm-Traktes sowie der Venen und ist daher sehr wirkungsvoll bei stressbedingten Reizdarmsyndrom und Bluthochdruck.
Wenn Baldrian in „Liebesbeutelchen“ benutzt wurde, sagte man, dass es Ruhe in einen Streit bringen würde. Man sagte auch, dass es das Böse abwenden kann – zu diesem Zweck hängten die Griechen traditionell einen Baldrianzweig unter das Fenster.


Garlic = Knoblauch ( Allium sativum)
 
 

Wir alle kennen Knoblauch, es ist der beste Freund des Kochs und die übliche Nebenwirkung ist: schlechter Atem. Die schwefelhaltigen Bestandteile in Knoblauch sind für den allseits bekannten Geruch verantwortlich, doch diesen wurden einst die vielen verschiedenen Heilungsmöglichkeiten zugeschrieben. Knoblauch wirkt anti-bakteriell, gegen Pilzinfektionen, gegen Parasiten und antiviral. Daher war es ein sehr geschätztes Medikament für ein breites Spektrum von Infektionen. Ihm wurde auch nachgesagt bei niedrigem Blutdruck und Cholesterin zu helfen.
Die Knoblauchzehen wurden regelmäßig gegessen um ein gesundes Immunsystem zu erhalten oder in höheren Dosen als Sud oder als Tinktur eingenommen. Die Ägypter gaben den Arbeitern der Pyramiden Knoblauch und die Römer verabreichten es den Soldaten um sie noch stärker zu machen.


Vervian = Eisenkraut ( Verbena officinalis )
 

Wenn die Frauen im Dorf während ihrer Periode unter Krämpfen litten, wurde ihnen von den Heilern of Eisenkraut verabreicht. Es war ideal um die Stimmung aufzuhellen, die Krämpfe zu lindern und Angstzustände zu mildern, ein perfektes Medikament für diese schwierige Zeit. Es wurde auch als Antidepressivum verwendet, dessen Bitterstoffe die Leberfunktion ankurbeln und somit auch die Hormone ins Gleichgewicht bringen sollte.
Zusätzlich wurde Eisenkrauf zur Behandlung von Gelbsucht und Entzündungen der Gallenblase angewendet. Und da es auch half die Milchproduktion anzuregen, wurde ihm nachgesagt die Symptome der „Wochenbettdepression“ in Schach zu halten oder wenigstens zu mindern. Es wurde sogar benutzt um das Immunsystem aufzubauen wie zum Beispiel nach überstandener Grippe.


Celadrine = Schöllkraut ( Chelidonium majus )
 

Schöllkraut ist ein sehr starkes Heilkraut und wurde bei Leberfunktionsstörungen eingesetzt, allerdings unter Vorsicht. Es wurde auch zu Behandlung von Gallensteinen, Entzündungen der Gallenblase, Gelbsucht, Hepatitis und Reizkopfschmerzen verwendet.
Man sagte, dass frisches Schöllkraut, äußerlich angewandt, bei Warzen und Gerstenkörnern hilft. Aber es wurde mit Vorsicht gehandelt, da Schöllkraut auch Hautirritationen hervorrufen kann.
Diese Pflanze wurde auch zur Verbesserung der Sehkraft verwendet, insbesondere zur Entfernung der weißen Stellen auf Auge. Diese Behandlung war jedoch sehr schmerzhaft, da Schöllkraut ätzende Bestandteile hat. Aber Sehkraft ist der Ursprung des Namens dieses Heilkrautes.


Lily of the Valley = Maiglöckchen ( Convallaria majalis )
 

Menschen mit Herzproblemen konnten guten Nutzen aus dem Maiglöckchen ziehen. Man sagte, dass es das Herz reguliert und ein schwaches und instabiles Herz stärkt. Dies machte es zu einem wichtigen Heilmittel für Herzschwäche und Wassersucht.
Die Effektivität des Maiglöckchens bei Herzfunktionen kommt von seinen Herzglykosiden, die extrem giftig sind. Nur ein ausgebildeter Heiler konnte diese Pflanze anwenden.
Etwas Erfreuliches: Die Pflanze produziert das aromatische Öl Farnesol, welches der Pflanze seinen wundervollen süßen Geruch verleiht. Man sagt, dass die Nachtigall durch diesen süßen Duft in die Wälder getrieben wird um dort seinen Gefährten zu finden. Außerdem ist das Maiglöckchen eine traditionelle Pflanze bei Hochzeiten.


Tumeric = Kurkuma ( Curcuma longa )
 

Wenn ein Patient jahrelang Wein und/oder Whiskey in großen Mengen konsumiert hat, könnte Kurkuma große Heilkräfte besitzen. Kurkuma hat eine entgiftende Wirkung und einen regenerativen Effekt auf die Leber, es erhöht die Menge und Ausscheidung von Gallenflüssigkeit welches nützlich bei der Behandlung von Leber-und Gallenblasenkrankheiten ist.
Kurkuma kommt ursprünglich aus Südindien und wurde für tausende Jahre in der Siddha Medizin verwendet. Es kam über Mitglieder der ‚British East India Company‘ nach Schottland. Es ist wird in Culpeper’s Complete Herbal, dass zum ersten Mal in 1652 veröffentlicht wurde.


Foxglove = Fingerhut ( Digitalis purpurea )
 

In Fällen von Herzinsuffizienz konnte Fingerhut verwendet werden. Dieser konnte jedoch noch von einem sehr gut ausgebildeten Heiler verabreicht werden. Die gesamt Pflanze ist giftig, wurde jedoch als sehr wirkungsvolle Medizin betrachtet, da sie den Vagus Nerv stimuliert und so die Herzfrequenz verlangsamt. Dadurch kann mehr Blut durch den Organismus gepumpt werden und so die Herzmuskelkontraktionen gestärkt werden.
Wegen seiner toxischen Eigenschaften wurde diese Pflanze nur sehr spärlich benutzt, meist als letzter Versuch. Verschiedene Pflanzen sind stärker als andere was schnell zu einem Anstieg des Giftes führen kann. Der Saft des Fingerhutes ist hochgiftig und sollte unbedingt von Kindern ferngehalten werden.


Peppermint = Pfefferminze ( Mentha piperita )
 

Dank seiner entspannenden Eigenschaften auf den Magen-Darm-Trakt und der Fähigkeit Krämpfe und Verspannungen zu lösen. Pfefferminze hilft auch die Nebenhöhlen zu befreien, als Inhalation oder auch zum Einnehmen. Heißer Pfefferminztee regt das Schwitzen an, was dazu beitragen kann die Dauer einer Erkältung oder Grippe zu verringern.
Pfefferminze hat eine lange Tradition in Reinigungszaubersprüchen. Man sagt, dass es gute Geister, die einem bei Ritualen oder Magie helfen, anlockt, wenn man frische Pfefferminze auf den Altar legt. Legt man Pfefferminze unter das Kopfkissen könnte es einem im Traum einen kurzen Einblick in die Zukunft geben. Wenn es nach dem Philosophen Pliny geht, kann Pfefferminze auch Aphrodisiakum eingesetzt werden.


Pennyroyal = Polei-Minze ( Mentha pulegium )
 

Als Teil der Minz-Familie hat die Polei-Minze viele Gemeinsamkeiten mit der Pfefferminze. In kleinen Dosen kann sie bei Blähungen und Völlegefühl helfen, das Schwitzen erhöhen und die Symptome einer Erkältung, Koliken, Verstopfung abschwächen. Aber ihre bekanntere Nutzung war, wenn auch sehr umstritten: die Monatsblutung herbeiführen und/oder einen Fehlgeburt zu verursachen.
Die menstruationsfördernden Eigenschaften konnten nur mit einer Dosis erreicht werden, die schon fast toxisch waren, das machte es sehr gefährlich für den Patienten und sehr schwierig zu verabreichen.
Das Öl ist ein Reizmittel, für die Leber ebenso wie die Nieren und sollte unter allen Umständen während einer Schwangerschaft vermieden werden.
Legte man Poleiminze in den Schuh, sagte man, es würde den Reisenden stärken. Man dachte auch, dass es ein Kraut des Friedens sei und, dass es das Böse fern halten könnte wenn man es trägt oder es einem Raumspray beimischt.


White Willoy Bark = Weidenrindenextrakt ( Salix alba )

Die vielen Heilkräfte des Weidenrindenextraktes machten es zu einem geschätzten Teil jeder Apotheke. Es wurde als schmerzlindernde und entzündungshemmende Medizin eingesetzt, welche die Symptome von Rheuma, Kopfschmerzen, Durchfall, Arthrose, Gicht und Ruhr milderte. Bei Fieber konnte der Weidenrindenextrakt das Fieber senken oder sogar ganz heilen.
Es hatte aber auch mystische Eigenschaften: die Blätter wurden benutzt um Liebe anzulocken während die Rinde, das Holz und auch die Blätter in Heilzaubern verwendet wurden. Das Holz wurde als Zauberstab benutzt der für die Mond-Magie gedacht war und ein Hexenbesen wurde traditionell mit Weidenrindenzweigen gebunden.


Comfrey = Beinwell / Schwarzwurz ( Symphytum officinalefolia )
 

Nach einer Schlacht mir den Rotröcken oder nach Peitschenhieben war Beinwell äußerst wichitg. Beinwell erhöht die Zellteilung, welches es zu einem schnellen Heiler von Fleisch und Knochen macht. Beinwell wurde auch nachgesagt Geschwüre zu heilen und Blutungen der Lunge, des Magens, der Gedärme, der Kehle und der Blase zu verringern.
Die Pflanze hat 2 Teile: Wurzel und Blätter. Die Blätter wurden für Probleme der Atemwege und der Harntraktes, so wie auch für Nasennebenhöhlenentzündungen und trockenen Husten. Die Wurzel war besser für den Magen-Darm-Trakt und das Knochenheilen geeignet. Für das letztere wurde die Wurzel in Umschlägen auf die betroffene Stelle appliziert. Wenn die Haut abgeschürft war, wurde die Wunde erst gründlich gereinigt, bevor der Umschlag angewandt wurde, da eine schnelle Behandlung mit Beinwell eine Entzündung eindämmen konnte bevor sie in den Körper überging. Um das Problem zu vermeiden konnte Beinwell gut mit der Ringelblume kombiniert werden, einem antibakteriellen und antimikrobiellen Kraut.


Belladonna = Tollkirsche ( Atropa belladonna )
 

Für Kolik artige Schmerzen des Magen-Darm-Traktes und der Gallenblase war die Tollkirsche am Wirksamsten. Es wurde als krampflösendes Mittel eingesetzt, dass Muskelspasmen unterdrückt und dem Patienten eine Wohltat bringt. Ihr wurde auch nachgesagt bei übermäßigem Schwitzen zu helfen, welches die Symptome der Wechseljahre abschwächen könnte. Dieses Heilkraut durfte allerdingd nur von ausgebildeten Medizinern angewandt werden, da die Tollkirsche hochgiftig ist.


Fennel = Fenchel  ( Foeniculum vulgare )
 

Wenn jemand etwas zu viel Haggis gegessen hatte, konnte Fenchel hilfreich sein, die Verstopfung zu mildern, die durch übermäßigen Genuss ausgelöst wird. Ein halber der Samen wurde in einer Tasse mit kochendem Wasser zubereitet und musste ca. 10 bis 15 Minuten ziehen. Man sagte, dass ein bis zwei Tassen pro Tag, eingenommen nach den Mahlzeiten, die Verdauung anregt. Dieses Heilkraut konnte auch von stillenden Müttern verwendet werden und wurde auch verwendet um die Milchproduktion erhöhen. Die nützlichen Eigenschaften des Fenchels wurden dann über die Muttermilch auch an den Säugling weitergegeben, welches dem Säugling bei Koliken half. Wenn nicht mehr gestillt wurde, gab man auch Säuglingen ein bis zwei Teelöffel von der abgekühlten Mischung. Fenchel wurde auch zur Steigerung der Urinproduktion eingesetzt